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Mareia Claudia Lange

SoulrootsReflexionen

über Menschliches & Zwischenmenschliches

Körper — Psyche — Gefühle

Körperpsychotherapie – Der Körper erzählt Geschichten


Wenn der Körper in die Psychotherapie mit einbezogen wird, lüften sich vorverbale Erinnerungen. Vielen erklären sich dadurch bestimmte Verhaltens- und Reaktionsweisen.

Findst du dich in einer der folgenden Aussagen wieder?

*Ich möchte mich lebendiger fühlen.
*Das Leben ist anstrengend.
*Selbst unter vielen Menschen fühle ich mich einsam.
*Warum droht meine Beziehung schon wieder auseinanderzubrechen?
*Meine Grenzen werden nicht respektiert.

Fragst du dich, wie es dazu kommt?

Wie begegne ich der Welt?

Körper, Geist und Gefühle bilden eine untrennbare Einheit. Schlechte Erfahrungen in der frühesten Kindheit führen dazu, dass die Situationen mit den dazugehörigen Gefühlen im Körper gespeichert werden. Zusätzlich erschaffen sie unbewusste Überzeugungen, wie die Welt und wir selbst „wirklich“ sind. Beispielsweise: „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“ und „Die Welt ist gefährlich“. Bewusst würden wir viele dieser Überzeugungen oft abstreiten, aber sie wirken leider trotzdem. Sie spiegeln sich in unseren Gewohnheiten, Körperhaltung und automatischen emotionalen Reaktionen. Mit dieser „Überzeugungs-Brille“ betrachten wir die Welt und sehen deshalb vor allem das, was unserer unbewussten Überzeugung entspricht.

Damals und Heute

Ähnliche Situationen lösen heute automatisch die gleichen Gefühle aus, sowie das dazugehörige Schutzverhalten. 1. Beispiel: Jemand wird laut. Ich bekomme Angst oder fühle mich gedemütigt. > Ich verfalle in Schweigen und/oder ziehe mich zurück. 2. Beispiel: Alle sind ständig beschäftigt und dann scheint plötzlich jemand Zeit zu haben. Ich fühle mich einsam, unwichtig, überflüssig und lechze nach Aufmerksamkeit. Ich wünsche mir, dass ich für jemanden wichtig bin.> Ich fange an über das zu reden, was gerade in mir vorgeht, wenn jemand auftaucht, und will gar nicht mehr aufhören.

Als sich diese Reaktionen bildeten, waren sie sinnvoll. Heute haben sich die Umstände jedoch geändert. Wir reagieren also immer wieder in einer Weise, die der auslösenden Situation objektiv betrachtet weder angemessen noch hilfreich ist. Diese Fehlreaktionen führen letztlich dazu, dass wir uns, wie oben aufgeführt, einsam fühlen, das Leben als anstrengend empfinden, unsere Beziehungen immer wieder zerbrechen usw.

Körperpsychotherapie – Was ist das?

Was tun? Körperpsychotherapie – eine Psychotherapie die über das Gespräch hinausgeht – bietet einen Weg heraus aus ungewollten Automatikreaktionen und hemmenden inneren Überzeugungen.

In der erfahrungsorientierten Körperpsychotherapie dient uns der Körper als Zugang zum Unbewussten. Neben dem Gespräch animiert der/die Therapeut*in den/die Klienten/in in der Sitzung, die Körperempfindungen zu beschreiben und die Gefühle sowohl intensiv zu fühlen als auch direkt körperlich auszudrücken, z.B. zu weinen, zu schreien, zu lachen. Wenn nötig, ist der/die Therapeut*in körperlich involviert.

Mit Unterstützung des/r Therapeuten/in erforscht der/die Klient*in z.B. alltägliche Konfliktsituationen, Gemütszustände oder körperliche Probleme. Er/Sie wird in der Körperwahrnehmung geschult. Wie ist die Haltung, die Atmung, wo zuckt etwas und welche Gefühle gehen damit einher? Diese Gefühle bekommen Raum. Alle Gefühle dürfen ausgedrückt werden – in einem geschützten Rahmen. Das ist für manche anfänglich beängstigend, für viele letztendlich befreiend. Längst verschüttet geglaubte Erinnerungen kommen dadurch zu Tage, dass die passende Körperhaltung eingenommen wird und die Gefühle Raum bekommen. Die Ursprungssituationen werden bewusst gemacht. Dies kann sogar Situationen aus der vorverbalen Zeit wachrufen, bis hin zur Zeit im Mutterleib.

Wenn der/die Klient*in die Ursprungssituation in ihrer ganzen Tragweite durchfühlt und das ursprüngliche Bedürfnis nun nachträglich befriedigt wird, macht er/sie eine neue gefühlte Körpererfahrung. Innerlich kommt etwas zur Ruhe.

Die Bewertung der Ursprungssituation verändert sich. Die Überzeugungen darüber, wie er/sie selbst und die Welt sind und wie er/sie mit anderen Menschen interagiert, verwandeln sich. Zukünftige Situationen, die beim Klienten/bei der Klientin diese alten unbefriedigten Bedürfnisse angeregt und automatisch eine emotionale Reaktion ausgelöst hätten, interpretiert er/sie nun nicht mehr als bedrohlich und wird gelassener damit umgehen, insofern er/sie die als hilfreich entdeckten Handlungsweisen im Alltag wiederholt anwendet. Das Leben kann neue Wege gehen.

Ich freue mich, wenn du dich von dem Geschriebenen inspirieren läßt und deine Körperwahrnehmung schulst. Ich wünsche dir eine erkenntnisreiche und aussöhnende Erkundungsreise zu dir selbst. Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen teilst. Benutze dafür, wie auch für Fragen oder Anregungen für zukünftige Blogartikel bitte das Kommentarfeld. Solltest du Unterstützung wünschen, dann nimm mit mir Kontakt auf. Ich biete auch 4-5tägige Intensivbegleitungen an. Dies ist besonders für Personen praktisch, die nicht am selben Ort leben wie ich. Hat dir dieser Artikel gefallen, dann teile ihn mit anderen. Wenn du regelmäßig über zukünftige Blogartikel unterrichtet werden möchtest, dann abonniere meinen Blog.


Montag, 25.Juli 2016

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Die Arbeit mit den Menschen die ich begleite, meine Partnerschaftserfahrungen, das Tango Argentino tanzen, alltägliche Erlebnisse und meine Reisen in andere Länder regen mich besonders zur Reflexion über Menschliches und Zwischenmenschliches an.
Einige meiner Reflexionen teile ich hier.

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