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Mareia Claudia Lange

SoulrootsReflexionen

über Menschliches & Zwischenmenschliches

Körper — Psyche — Gefühle

Wie soll ich mich nur entscheiden?


Kennst du Situationen, in denen du dir unsicher bist, ob du dich dafür oder dagegen entscheiden solltest etwas zu tun? Fragst du dich manchmal, ob sich der Aufwand lohnt? Hier kommen ein paar Reflexionsanregungen.

Vielleicht kennst auch du es, dass es dir manchmal schwer fällt Dinge anzugehen, von denen du weißt, dass es dich freuen würde, wenn du sie dann am Ende gemacht hast. Hierbei ist der Anfangsschweinehund zu überwinden. Das ist für viele schon schwierig genug. Dabei kann es sich ums Wohnung putzen, die Steuererklärung machen, zum Joggen rausgehen oder bei einer Behörde anrufen handeln, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Es gibt aber auch Situationen, die keinen unmittelbaren Effekt haben bzw. nicht in absehbarer Zeit erledigt sind. Vielleicht geht es dabei darum eine neue Wohnung zu finden, eventuell den Job zu wechseln oder sich in einer Beziehungskrise zu entscheiden, ob du gehst oder bleibst. Es sind Entscheidungen mit größerer Tragweite. Hier ist nicht nur der Schweinehund zu überwinden.

Bestandsaufnahme

Ich finde es hierfür hilfreich zunächst ein mal zu spüren, wie es mir in der aktuellen Situation geht. Was habe ich für Gefühle, Körperempfindungen und Gedanken, wenn ich an die Situation denke oder mich innerlich versuche in sie reinzuversetzen.

Vielleicht macht mich der Gedanke daran, mich nach einer neuen Wohnung umzusehen nervös. Vielleicht bin ich überfordert. Vielleicht glaube ich, dass ich eh nichts Bezahlbares finden werde.

Vision

Ganz im Sinne des letzten Posts (Kreative Partnerschaft), in welcher ich die drei Phasen der Kreativität vorstellte, sollte ich mir erst ein mal darüber im Klaren sein, was ich überhaupt idealerweise will. Ich brauche eine Vision. Es ist hilfreich, wenn ich mir darüber Gedanken mache, welche drei Dinge unbedingt erfüllt sein müssen und welche drei Dinge auf keinen Fall dabei sein dürfen.

Sicherlich ist es sinnvoll mir zu überlegen, in welcher Gegend die Wohnung sein soll und wie ich am besten vorgehe. Schaue ich in Zeitungen? Hänge ich Zettel aus? Nutze ich das Internet? Das Vorgehen in kleine Schritte aufzuteilen macht das Ganze überschaubarer. Es wirkt nicht mehr so endlos.

Tun

Ganz alla Beppo der Strassenfeger in Michael Endes Buch MOMO: Konzentriere dich auf den nächsten Schritt und dann wieder auf den Nächsten.
Und wenn es erledigt ist, dann kannst du dich zurücklehnen und genießen.

Ängste und Unsicherheiten

Ganz so einfach ist es häufig jedoch nicht. Einfach in kleine Portionen unterteilen und loslegen. Gerade bei den Entscheidungen mit weitläufigeren Konsequenzen, können Ängste und Unsicherheiten der Vision dazwischenfunken.
Vielleicht spüre ich, dass ich im aktuellen Job, der aktuellen Beziehung oder der aktuellen Wohnung nicht glücklich bin. Aber woher soll ich wissen, ob es danach besser wird? Ich finde es auch wichtig ehrlich mit mir zu sein und mir einzugestehen, ob ich wirklich alles getan habe, um die jetzige Situation so zu wenden, dass ich glücklich damit bin. Oder bin ich ebenfalls aus Angst oder Unsicherheit im inneren Grollen oder im Äußeren mit anderen darüber lästern verharrt?
Ist der Aufwand oder der Aufruhr der Veränderung sinnvoll?
Ich finde es hilfreich mir darüber klar zu werde, mit was für einer Angst oder Unsicherheit ich es zu tun habe. Woher rührt sie? Wie stark ist die Blockade? Ist es eine alte Angst, die aus der frühesten Kindheit herrührt oder sogar aus der Zeit ab der eigenen Zeugung?
Nach meiner Erfahrung ist ein gutes Vorgehen, der Angst oder Unsicherheit Raum zu geben. Nicht im Sinne dessen, dass ich mich reinsteigere emotional, sondern, dass ich sie als wertfreier, stiller Beobachter zulasse und dabei meinen Fokus auf meine Körperempfindungen richte – ohne Wertung, ohne Kommentare. Einfach geschehen lassen.
Was bleibt davon übrig, wenn ich es ganz zulasse und durchlaufen lasse?

Langzeitfreude oder Kurzzeitfreude?

Wovon hält mich die Angst, Unsicherheit oder Unentschlossenheit ab?

Wenn du dir deiner größeren Vision, also deinem größeren Ziel bewusst bist, dann ist es leichter eine Entscheidung zu fällen, da die Gesamtausrichtung klar ist.

Dafür braucht es eben manchmal recht viel Aufwand und das Überwinden von Herausforderungen, die sich “in den Weg” stellen.

Was ist aber, wenn die Vision gar nicht so klar ist?
Ich probiere in dieser Situation zu spüren, was Freude in mir auslöst. Keine konsumierende, schnelle Kurzzeitfreude, sondern die Art von Freude, die wirklich einen tieferen Frieden in mir auslöst. Eine Freude, die sich ruhig und erfüllend anfühlt und von der ich spüre, dass sie kein Strohfeuer ist, sondern an der ich mich für lange Zeit wärmen kann. Oft spüre ich sogar, dass das, was es abzuschließen gilt nicht (mehr) meinem Wesen entspricht und dass es den Aufwand der Veränderung lohnt, da das Ergebnis meinem Wesen entspricht. Langfristig.
Auch hier finde ich es hilfreich, mich meinen Körperempfindungen und inneren Bildern zuzuwenden. Wie reagiert mein Körper, wenn ich an Bleiben oder Verändern denke? Zieht es sich in mir zusammen oder wird es weit? Stockt mein Atem oder wird er tief? Werde ich nervös oder ruhig? Wird es mir kalt oder warm? Wird es in mir grau oder geht in mir die Sonne auf? Gerade innere Bilder oder Symbole, die ich wahrnehme, sind für mich persönlich hierbei sehr richtungsweisend.

Ich hoffe, dass dir diese Reflexionen etwas an die Hand geben, was dich in deiner Entscheidungsfindung unterstützt.

Dir ist gar nicht genau klar was deine Vision konkret ist? Oder du weißt es, weißt aber nicht so genau, wie du es schaffen sollst diese umzusetzen oder wie du mit den Emotionen umgehen sollst, die verhindern, dass du an der Verfolgung deiner Vision dranzubleiben? Du kannst dich nicht entscheiden, was du zu erst tun sollst? Deine Angst vor der unsicheren Zukunft hemmt dich und da wo du dich jetzt befindest, bist du aber auch unzufrieden? Du lässt dich immer wieder von den Kurzzeitfreuden vom Kurs abbringen und möchtest einen Weg finden, diesen Impulsen widerstehen zu lernen, damit du dich dem großen Langzeitziel verpflichtest? Wenn du dich mit einem oder mehreren dieser Punkte abmühst, dann nimm Kontakt mit mir auf! Wir finden gemeinsam einen Weg für dich dein Ziel zu erreichen, deine Entscheidung zu fällen, die nötigen Schritte anzugehen und mit den Herausforderungen auf dem Weg umzugehen.

Wie immer freue ich mich über Kommentare und auch über Erfahrungsberichte. Viel Spaß beim ausprobieren. Nutze das Kommentarfeld rechts vom Blog gerne für Fragen.
Wenn dir der Beitrag gefällt, dann teile ihn mit anderen. Vielleicht inspiriert es jemanden oder ist genau das, was jemand gerade braucht.


Monday, 26.October 2015

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warum ich den Blog führe

Die Arbeit mit den Menschen die ich begleite, meine Partnerschaftserfahrungen, das Tango Argentino tanzen, alltägliche Erlebnisse und meine Reisen in andere Länder regen mich besonders zur Reflexion über Menschliches und Zwischenmenschliches an.
Einige meiner Reflexionen teile ich hier.

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