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Mareia Claudia Lange

SoulrootsReflexionen

über Menschliches & Zwischenmenschliches

Körper — Psyche — Gefühle

Überfordert mit der schnelllebigen Zeit?


Mit Job, Kindern, Partnerschaft, Freundschaftspflege und Herkuftsfamilienverpflichtungen muss gut geplant werden, wenn am Ende noch Zeit vom Tage übrig bleiben soll.

Mit all den Anforderungen fragt sich so mancher, wie alles in 24 Stunden untergebracht werden soll und möchte dem Tag gerne 12 Stunden anhängen. Die Menschen werden immer älter, tun jedoch so, als stünde ihnen immer weniger Zeit zur Verfügung. Die schnellste Internetgeschwindigkeit, die zuverlässigste Handyverbindung, verkürzte Abiturzeiten, Regelstudienzeit, Beschallung Ungeborener mit Lernprogrammen, damit sie möglichst früh geschult werden und es sich in ihre Zellen einbrennt.

Wir hetzen durch’s Leben, häufen uns Arbeit auf, um möglichst viel Geld für all die Luxusgüter zur Verfügung zu haben, die uns die Zeit verkürzen und füllen, damit wir irgendwann erschöpft in Rente gehen – mit jedem Jahr scheint diese in immer weitere Ferne zu rücken, da die Politiker sich wieder ein neues Rentenalter ausdenken – und dann mit streßbedingten Krankheiten und einer Unfähigkeit die Zeit selbst sinnvoll zu füllen, darauf zu warten, dass der Löffel abgegeben wird, da die Lebensfreude in all der gehetzten Anstrengung flöten gegangen ist.

Puh – das hört sich ganz schön anstrengend an. Ich jedenfalls komme da nicht hinterher. Mir wird schon schwindelig bei der Auflistung.

Lebensfreude

Wo bleibt da die Freude an dem was du tust, wenn du so durch die Gegend hetzt, versuchst alle Termine koordiniert zu bekommen und zum Ende des Tage – auf Grund der Überanstrengung – noch mit dem/r PartnerIn in einen Konflikt gerätst und anschließend frustriert ins Bett fällst und dich fragst, was das eigentlich alles soll?

Erinnerst du dich noch an Zeiten, in denen du ins Spielen oder eine andere Tätigkeit vertieft warst? Wann hast du das letzte Mal in die Wolken gestarrt und erraten, welche Tierformen du in ihnen erkennst? Wann hast du dir das letzte Mal Zeit genommen, statt dich dadrüber aufzuregen, dass die dreckigen Socken schon wieder nicht im Wäschesack gelandet sind, sondern auf dem Fussboden, dich über das was du an der Person, die die Socken auf dem Boden fallen läßt, wertschätzt nachzudenken und es ihr zu sagen? Wann hast du dich das letzte Mal darüber gefreut, dass du dieses Leben und diesen Körper hast und dir deine Sinne zur Verfügung stehen? Wann bist du das letzte Mal stehen geblieben, um die Blume am Wegesrand zu bewundern?

Macht dir das, was du tust Freude? Erfüllt es dich? Entspricht es dem, was dich begeisterte, als du noch jung und enthusiastisch warst? Was wolltest du früher werden und warum? Weil es so kreativ war? Weil du deine Zeit selbst hättest einteilen können? Weil du Menschen damit helfen könntest? Vielleicht übst du jetzt einen anderen Beruf aus. Was ist jedoch mit diesen Sehnsüchten geworden, des kreativ seins, helfen und Zeit frei Einteilens? Lebst du das?

Verbundenheit

Studien haben gezeigt, dass nicht die Menschen im Alter am Glücklichsten sind, die am meisten Geld angehäuft haben, sondern jene, die enge, verlässliche, soziale Kontakte haben, in ein Netz von sich gegenseitig unterstützenden Menschen eingebunden sind. In solch einem Netz geht es um geben und Hilfe und Unterstützung annehmen. Zusammenwachsen tun Menschen in Zeiten, in denen sie sich verletzlich zeigen, in denen sie durch schwere, wie auch beglückende Zeiten gemeinsam gehen. Gemeinsam verbrachte, qualitative Zeit ist das was am Ende zählt. Dies sind die Erlebnisse aus denen sich die späteren Geschichten und Anekdoten ergeben, über die gerne herzhaft gelacht wird, an die sehnsüchtig zurückgedacht wird oder bei denen die Beteiligten froh sind, dass sie sie lebend und in der Regel gereift überstanden haben. Um solche Freundschaftsnetze aufzubauen, braucht es Zeit. Das ist kein nebenbei, zwischen zwei Terminen reingequetschtes Pflichttelefonat, sondern ein Freischaufeln kostbarer Gemeinsamzeit, trotz Terminen die zu erdrücken scheinen und angeblich nicht warten können. Sie erfreuen das Herz und wollen genossen werden. Momente die kostbar sind und dem Leben das gewisse Funkeln verleihen.

Zeiten der Erholung

Bei all der Investition in das Pflegen dieser wichtigen Freundschaften und in Arbeit, die das Herz erfreut und dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ist es wichtig dir immer wieder Auszeiten zu gönnen. Momente für dich selbst, in denen es nur um dich geht – nicht um deine Arbeit, deine Nachbarn, deine Freunde oder deine Familie – sondern um die allerwichtigste Person in deinem Leben, die, die dir jeden Tag im Spiegel entgegenschaut – um DICH! Wenn du dich vernachlässigst, dann nutzt dir die wundervolle Arbeit und das tolle soziale Netz am Ende herzlich wenig. Wenn du am Ende so ausgelaugt bist, dass du kaum noch auf allen Vieren durch die Gegend kriechen kannst, dann wartest du am Ende doch nur darauf, dass es möglichst schnell mit diesem Leben vorbei geht.

Frage dich also immer wieder: Was würde mir jetzt gut tun, um wieder aufzutanken – ganz für mich alleine? Ist es ein Vollbad, ein Spaziergang, das Lesen eines Buches, singen, alleine im Wohnzimmer oder auf einer Waldlichtung oder am Strand tanzen, faul in der Hängematte hängen, mit einem Tee in der Hand am Fenster sitzen, im Hobbyraum werkeln, am Auto oder Fahrrad rumschrauben, meditieren, Sport treiben, schreiben? Es gibt so viele Möglichkeiten. Dir fällt sicherlich auch noch etwas ein. Manchen Menschen fällt es schwer, ganz mit sich alleine zu sein. Das Alleinsein ist eine Übungssache und will trainiert werden wie ein lange nicht benutzter Muskel. Deine Seele dankt dir Zeiten des Alleinseins und der Stille, Zeiten, in denen du ganz eintauchst und nur mit dir selbst in Verbindung trittst.

Wenn du also mal wieder am Ende deiner Kräfte bist und nicht weißt, wie du all deine Aktivitäten und Verpflichtungen in die 24 Stunden des Tages unterbringen sollst, dann frage dich: Habe ich mich heute schon am Leben erfreut?, Habe ich heute schon wertvolle Momente mit einer Person verbracht, die mir am Herzen liegt und ihr mitgeteilt, wie wichtig sie mir ist?, Habe ich mich heute schon um mich selbst gekümmert und mir eine Zeit nur für mich alleine gegönnt?

Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit. Viel Freude dabei.

Ich bin neugierig, wie es dir damit ergangen ist, drum freue ich mich über deine Kommentare. Solltest du Fragen oder Anregungen für zukünftige Artikel haben, dann schreibe auch dies gerne ins Kommentarfeld unterhalb dieses Artikels. Und sollte dir der Artikel gefallen haben, dann teile ihn gerne mit anderen, um auch diese Menschen inspirieren zu lassen. Solltest du merken, dass es dir schwer fällt wiederzufinden, was deinem Leben Freude verleihen würde oder innerlich zur Ruhe zu kommen und dich alleine zu erholen, dann nimm Kontakt mit mir auf und buche eine erste Sitzung mit mir. Ich begleite dich gerne auf deinem Weg zurück zu dir.


Monday, 14.November 2016

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warum ich den Blog führe

Die Arbeit mit den Menschen die ich begleite, meine Partnerschaftserfahrungen, das Tango Argentino tanzen, alltägliche Erlebnisse und meine Reisen in andere Länder regen mich besonders zur Reflexion über Menschliches und Zwischenmenschliches an.
Einige meiner Reflexionen teile ich hier.

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