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Mareia Claudia Lange

SoulrootsReflexionen

über Menschliches & Zwischenmenschliches

Körper — Psyche — Gefühle

Angst oder Hoffnung – Wem gebe ich die Macht?


Kennst du das, dass du an eine Situation denkst, dabei Angst aufkommt und du dir ausmalst, was alles schief gehen könnte? Dann bist du damit nicht alleine.

Ich habe in meiner Praxis immer wieder damit zu tun, dass Menschen in einer Situation keinen Ausweg sehen. Häufig geht es dabei um Situationen in Beziehungen.

Ich höre dann Sätze wie: „Vielleicht sollte ich mich lieber nicht darauf einlassen, dann tut es nicht so weh, wenn es dann doch schief geht.“ oder „Ich sollte es lieber jetzt beenden, bevor wir uns zu sehr aneinander gewöhnt haben, dann kommen wir auch leichter darüber hinweg.“ oder „Aber was ist, wenn wir uns dann doch wieder nur streiten?“. oder „Es wird sich ja doch nie was ändern.“

Ich glaube du kannst dich selbst auch an eine Situation erinnern, in der du dir etwas so ausgemalt hast, dass du am liebsten grad hättest davon rennen oder dich verkriechen wollen. Vielleicht warum der Tag auch wieder einer dieser grauen Tage werden wird oder warum du versagen wirst oder wieder nicht das hinbekommst, was du dir vorgenommen hattest. Vermutlich redest du auch mit anderen über diese Situation und erzählst von deiner Hoffnungslosigkeit, deinen Ängsten und Sorgen, deiner Frustration.

Erinnere dich an diese Situation und spüre in deinen Körper hinein. Wie ist deine Körperhaltung, deine Atmung, dein Spannungszustand und dein Puls? Vermutlich sackst du zusammen, dein Atem geht flach, es wird dir Eng in der Brust, du bist angespannt und dein Puls rast vielleicht. Wenn deine Stimmung eine Farbe hätte oder eine Landschaft wäre, welche wäre das? Ich vermute es geht in Richtung grau, schlammig, wolkenverhangen, Dauerregen, düster. Wer will da schon bleiben? Kein wirkliches Wohlgefühl.

Diese Schwarzmalerei kommt in der Regel deshalb auf, weil in der Vergangenheit Erfahrungen gemacht wurden, die diese Ängste und Hoffnungslosigkeit haben entstehen lassen. Es ist also nicht aus der Luft gegriffen. Verständlich, dass nach vielen Fehlschlägen oder auch wenigen, die es genug in sich hatten, wenig Offenheit dafür besteht, dass es beim nächsten Mal wirklich anders sein wird. Plötzlich, so wie von Zauberhand.

Meinst du es ist hilfreich in dieser Art von Gedanken rumzuwandern, um eine produktive Lösung aufkommen zu lassen oder eine Erfahrung zu machen, die aufbauend ist?

Was wäre, wenn du dir den bestmöglichen Fall vorstellst?

Ich schlage dir trotz deiner schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit vor, dass du dir jetzt für einen Moment erlaubst dir auszumalen, wie es wäre, wenn es das nächste Mal anders verläuft, zu deinen Gunsten. Stell es dir einfach vor, damit du darauf vorbereitet bist, falls es doch stattfindet. Lass deiner Vorstellungskraft und deinen Gefühlen freien Lauf.

Was, wenn alles möglich wäre, du an dich glauben würdest, deine Qualitäten plötzlich anerkennst und diese frei lebst, wenn du keine Rücksicht darauf nehmen müßtest, was jemand anderes oder die anderen dann über dich denkt/en?

Vielleicht fällt es dir zunächst schwer, da es so unwahrscheinlich scheint. Dann sag dir selbst: Es ist ja nur eine Vorstellungsübung, ich probiere es jetzt einfach mal. Was wäre, wenn ich es könnte?

Wie fühlst du dich dabei? Welche Körperhaltung nimmst du ein? Wie ist deine Atmung, dein Puls? Wie ist dein Spannungszustand? Ich vermute, dass deine Körperhaltung aufrechter ist, dein Atem ist entweder tief und ruhig oder aufgeregt vor Freude. Es ist mehr Weite in dir. Oder? Und dein Puls ist vermutlich auch ruhiger. Und was für Farben herrschen jetzt vor? In welcher Landschaft findest du dich wieder? Ich vermute es ist sonniger und heller und die Luft ist frisch und angenehm warm. Es lädt zum Verweilen ein.

Entscheide worauf du dich konzentrierst!

Diese wohlige Szene, wo es gut für dich läuft, kann ebenfalls verunsichernd sein. Für viele ist es ungewohnt oder es gibt eine Stimme in ihnen, die sagt, dass das nicht sein darf, da sonst irgendwann doch wieder Gefahr aufkommt. So nach dem Motto: Das dicke Ende kommt bestimmt. Aber was wäre, wenn nicht? Glaub für einen Moment daran. Und probier es aus. Einen Moment nach dem anderen.

Du kannst dich entscheiden: Möchtest du es lieber sein lassen und später bedauern, dass du es nicht probiert hast oder hast du den Mut dich der Hoffnung, dass es schon klappen wird hinzugeben und es so lange zu genießen, wie es währt und dich später darüber zu freuen, dass du das Glück hattest diese schöne Erfahrung zumindest für eine Zeit in deinem Leben zu machen.

Vielleicht stolperst du zwischendurch und es klappt nicht immer wie im Idealbild vorgestellt. Aber dann gibt es weitere Möglichkeiten. Jeder gescheiterte Versuch ist an dem Erfolgserlebnis ein Mal näher dran. Mit der Zeit klappt es öfters oder länger und irgendwann geht es dann wie von selbst oder du stellst fest, dass es gar nicht mehr so entscheidend ist.

Wenn du die Schwarzmalerei nicht sein lassen möchtest, dann schlage ich dir das Folgende vor: Nimm dir jeden Tag 20-30 Minuten Zeit und gib dich dem so richtig hin, all dem was schief gehen kann und warum. Den Rest des Tages widmest du dich anderen Gedanken und wenn die Schwarzmalerei wieder auftauchen will, dann sag ihr, sie soll an ihrem dafür vorgesehenen Termin wiederkommen, jetzt widmest du deine Zeit etwas anderem, etwas, was dir gut tut. Das erfordert diszipliniertes Üben. Mach ein Spiel draus.

Es ist sinnvoll Für und Wider abzuwägen und im Blick zu haben, was zu bedenken ist, um vorbereitet zu sein auf eventuelle Gefahren. Es ist jedoch genauso sinnvoll sich auf den Fall vorzubereiten, dass alles wie am Schnürchen läuft. Ich glaube das vergessen viele. Wie bist du dann, wenn alles rund läuft? Wie gehst du durch die Welt? Wie packst du Sachen an? Wie begegnest du anderen?

Auch wenn du dir jetzt vielleicht noch nicht vorstellen kannst, dass du dorthin kommst, probier es einen Moment aus und dann noch einen Moment und noch einen, bis diese Momente immer länger werden mit der Zeit. Viel Spaß dabei.

Ich glaube, du kannst das schaffen und wenn du dabei eine Zeit lang Unterstützung wünschst, dann melde dich und mache einen ersten Termin mit mir ab – alleine oder zusammen mit deinem/r PartnerIn, falls du eineN hast.

Ich bin neugierig zu erfahren, wie es dir mit der Anwendung geht. Nutze dafür, wie auch für Fragen, Anregungen oder Wünsche für zukünftige Blogartikelthemen, gerne das Kommentarfeld. Und wenn dir der Artikel gefällt, dann teile ihn mit anderen Menschen, damit auch sie ihn lesen können und vielleicht davon inspiriert werden.


Montag, 16.Mai 2016

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warum ich den Blog führe

Die Arbeit mit den Menschen die ich begleite, meine Partnerschaftserfahrungen, das Tango Argentino tanzen, alltägliche Erlebnisse und meine Reisen in andere Länder regen mich besonders zur Reflexion über Menschliches und Zwischenmenschliches an.
Einige meiner Reflexionen teile ich hier.

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