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Mareia Claudia Lange

SoulrootsReflexionen

über Menschliches & Zwischenmenschliches

Körper — Psyche — Gefühle

Wendepunkte des Lebens


Kannst du auf Anhieb benennen, welches wichtige Wendepunkte in deinem Leben waren, die dich zu dem geführt haben wo du jetzt bist, mit deinem beruflichen oder privaten Engagement?

Vor ein paar Tagen wurde mir genau diese Aufgabe gestellt, in Bezug auf meine Freiberuflichkeit. Ich sollte daraus eine kurze Geschichte schreiben. Ich habe ganze zwei Tage damit zugebracht meine Wendepunkte zu finden. Anfangs dachte ich: „Ich hatte keine einschneidenden, lebensverändernden Wendepunkte.“ Ich hatte die anderer Menschen im Kopf, so wie die eines ehemaligen Yogalehrers von mir, dessen eines Bein von einem Tag auf den anderen gelähmt war und der dann durch Anusara® Yoga wieder seine Beweglichkeit fand. Er wurde daraufhin Yogalehrer. Nach längerem Nachdenken und Gesprächen mit Freundinnen bin ich auf ein Thema gestoßen, das sich wie ein roter Faden durch verschiedene Lebensbereiche von mir zieht und ich bin am Ende zu einer wichtigen Erkenntniss gelangt.

Hier ist meine „Geschichte“.

„Zeig mir mit wem ich da tanze.“

Das war einer der ersten Sätze, den ein Argentinischer Tango-Tanzlehrer zu mir sagte, nachdem er im Unterricht das erste Mal mit mir getanzt hatte. Das war vor etwa 2 Jahren. Ich war sprachlos, dass er in diesem kurzen Moment des gemeinsamen Tanzes eins meiner essentiellen Themen erspürt hatte, welches sich bei mir durch verschiedene Lebensbereiche zog. Meine Angst davor abgelehnt zu werden, wenn ich mich ganz zeige – mit meiner Kraft, meiner Stille, meiner Albernheit, meiner Neugier, meiner Unsicherheit, …

Im Tango tanzen zeigte sich, was ich seit vielen Jahren in Gruppenveranstaltungen in denen ich kaum jemanden oder niemanden kannte, wie auch in Liebesbegegnung mit Männern und in meiner Arbeit als psychotherapeutisch arbeitende Psychologin (die von Beginn an keinen klassischen Weg bereit war zu gehen, da ich neben fundierten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen vor allem auch geerdete Spiritualität und eine körpererfahrene Arbeit mit Emotionen schätzte) kannte. Ich hatte mir angewöhnt, mich erst ein Mal zurückzunehmen und zu spüren, was im jeweiligen Rahmen okay ist zu äußern oder auszudrücken und was auf zu viel Widerstand stoßen würde. Bei zu viel Widerstand verstummte ich. Entsprechend viel oder wenig zeigte ich von mir. Ganz zeigte ich mich nur dort, wo ich mich sicher und willkommen fühlte.

Ich war neugierig und wissbegierig, zog viele Mal, ohne Netz und doppelten Boden, um, machte viele Aus- und Weiterbildungen, taumelte erst von einer Beziehung in die Nächste, bevor ich dann einige Jahre ganz für mich war oder nur als Liebhaberin gewünscht war, aber nicht als Partnerin und dann doch irgendwann wieder in einer Partnerschaft landete. Als Freiberuflerin hielt ich mich mal gut, die meiste Zeit aber weniger gut über Wasser. Ich hatte Hochs und Tiefs, genoß trotz allem das Leben und lernte viel über Vertrauen. Ich begegnete wunderbaren Menschen. Aber ich hatte nie das Gefühl angekommen zu sein.

Bis zu dem Punkt, als ich für mich vor etwa 1 1/2 Jahren innerlich beschloss: So nicht mehr mit mir! Ab heute lebe ich mein Tempo, ich setze meine Grenzen, ich stehe zu meinen Überzeugungen, egal, ob mein Gegenüber damit etwas anfangen kann oder nicht und mache nicht mehr bei Dingen mit, die mir nicht entsprechen.

Ich trennte mich aus einer konflikthaften Partnerschaft. Und kurz danach begegnete ich meinem heutigen Verlobten. Auch dort ging ich wiederholt das Risiko der Trennung ein, wenn ich klare Ansagen machte alla: Das schau ich mir nicht länger an. oder Mit mir nur noch so! Aber er blieb. Und ich suchte mir nach fast 10 Jahren Freiberuflichkeit eine Teilzeitstelle als Psychologin (die Stelle flog mir geradezu zu und hat fantastische Bedingungen), um eine finanzielle Basis zu haben, die mir die Luft zum atmen gibt, damit ich mich in meiner freiberuflichen Arbeitsausrichtung so umorientieren kann, dass ich auch dort nur noch das anbiete bzw. das entwickeln kann, was meinem Herzen entspricht und mich zum Thema Marketing weiterbilden kann, so dass ich das, was mir ein Herzensanliegen ist, dann auch so präsentiere, dass die Menschen für die meine Angebote genau die Richtigen sind, mich dann auch finden.

Ich nahm beim Tango Einzelunterricht, um meinen Stil zu finden und dahin zu kommen, dass ich von Anfang an beim Tanzen präsent bin und mich zeige. Im Sommer letzten Jahres sprach mich eine Tanzlehrerin an, dass sie meinen Tanzstil ganz wunderbar finde. Andere Kommentare dieser Art folgten seither.

Meine Erkenntnisse

Als ich anfing mich offen und klar zu zeigen und das Risiko der Ablehnung oder Trennung nicht mehr fürchtete, begann mein Leben immer mehr in Fluss zu kommen. Im Privatleben klappt das schon prima. Beruflich bin ich in den letzten Zügen der Transformation. Das Anliegen ist klar, ebenso meine Lösungsangebote. Im Prinzip muss ich nur noch die neuen Programme kreieren und der Welt präsentieren. Und dann werden sich auch dort Türen öffnen und Gelegenheiten auftun.

Wo geht es beruflich hin?

Wenn ich an meine diversen Partnerschaften zurückdenke, dann war es mir in diesen nach einer Weile oftmals entweder zu oberflächlich oder es wurde zu ernsthaft, weil alle Beziehungsschwierigkeiten zerredet wurden. In einem Fall fehlte mir die Tiefe, im anderen die Leichtigkeit und der Sinn für Humor. In beiden fehlte es an einer breit aufgestellten Basis von Gemeinsamkeiten.

Ich mache es mir zu Aufgabe Frische in Partnerschaften zu bringen. Der Paaralltag versinkt oft in den nie endenden Aufgaben. Immer gibt es noch etwas Wichtiges zu erledigen. Darunter leidet oft die Verbindung des Paares, sie funktionieren überwiegend nur noch miteinander. Weder werden die Bedürfnisse der einen Seite noch der anderen befriedigt, was wiederholt zu Streit, Unzufriedenheit und Frustration führt. Niemand fühlt sich wirklich gehört oder verstanden. Die gemeinsame Paarzeit wird immer weniger. Das geht auch anders. Tiefe und Leichtigkeit können auch im Paaralltag lebendig sein.

Und nun bist du dran. Was hattest du für wichtige Wendepunkte in deinem Leben? Welches Thema zieht sich durch dein Leben wie ein roter Faden? Was hast du daraus gelernt? Was möchtest du davon weitergeben?

Hinterlass die Essenz deiner Geschichte im Kommentarfeld. Auch Rückmeldungen zu meiner Geschichte sind dort herzlich willkommen. Ihr wünscht euch als Paar mehr Tiefe und Leichtigkeit? Dann nehmt mit mir Kontakt auf und macht einen Termin für eine erste Paarsitzung bei mir ab.


Montag, 12.Juni 2017

warum ich den Blog führe

Die Arbeit mit den Menschen die ich begleite, meine Partnerschaftserfahrungen, das Tango Argentino tanzen, alltägliche Erlebnisse und meine Reisen in andere Länder regen mich besonders zur Reflexion über Menschliches und Zwischenmenschliches an. Einige meiner Reflexionen teile ich hier.

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